Betriebsrestaurant planen.

Ein Betriebsrestaurant hat zwei Zielgruppen, die selten zusammen gedacht werden: die Menschen, die dort arbeiten, und die Menschen, die dort essen. Wir planen den Ort, an dem beide Welten aufeinandertreffen.

Offene Küche mit Ausgabebereich in einem Betriebsrestaurant
Betriebsgastronomie

Die Küche ist der kleinere Teil der Aufgabe.

Flächenmäßig ist der Gastbereich in den meisten Betriebsrestaurants größer als die Produktionsküche. Über Annahme oder Ablehnung entscheidet er ohnehin: an der Ausgabe, auf dem Weg durch den Raum, am Platz. Trotzdem endet die Fachplanung häufig an der Ausgabekante.

Ausgabe

Welches Ausgabesystem passt?

Kein System ist grundsätzlich besser. Die Wahl folgt aus Gästezahl, verfügbarem Personal, Fläche, Angebotsbreite und der Länge des Zeitfensters — und aus der Frage, wie die Speisen produziert werden.

Linienausgabe

Eine durchgehende Linie

Eine Tablettrutsche verbindet die Ausgaben, die Gäste reihen sich ein. Kommt mit wenig Fläche aus, die Nachbeschickung erfolgt direkt von hinten, und die Portionsgröße lässt sich im Gespräch anpassen. Bei Andrang entsteht allerdings eine Schlange — überholt wird hier nicht. In der Fachliteratur auch als Cafeteria-Linie oder Longline-Ausgabe geführt.

flächeneffizientkurze WegeStaugefahr
Free-Flow

Getrennte Stationen

Das Kennzeichen ist, dass die Ausgaben nicht durch eine durchgehende Tablettrutsche verbunden sind. Jeder läuft gezielt an, was er möchte. Trägt große Gästezahlen, einzelne Stationen lassen sich je nach Andrang öffnen und schließen — verlangt dafür Fläche, Technik und eine Wegeführung, die Kreuzungen beim Nachschub vermeidet.

große GästezahlAuswahlFlächenbedarf hoch
Counter & Food-Court

Eigenständige Einheiten

Räumlich getrennte Counter mit eigener Zubereitungstechnik, eigenem Lager und häufig eigener Kasse. Die Speisen entstehen direkt vor dem Gast, die Warmhaltezeiten sind kurz und die Überproduktion gering. Der Preis dafür: Die verbaute Technik legt fest, was dort künftig überhaupt gekocht werden kann.

FrischeErlebnisTechnik bindet
Digital & Grab-and-Go

Neben der Ausgabe

Vorbestellung per App mit Abholung, Self-Checkout, Kühlmöbel zur Selbstentnahme, Micromarket oder Abholschrank. Das ersetzt keine Ausgabe, entlastet aber die Mittagsspitze und bedient alle, deren Arbeitszeit nicht zum Ausgabefenster passt.

Grab & GoSelf-CheckoutVorbestellung
Linie & Flow
  • Linienausgabe
  • Free-Flow
  • Hybrid-Free-Flow
  • Inselausgabe
  • Pavillon / One-Stop
  • Doppelseitige Ausgabe
  • Marktplatzkonzept
Bedient & Buffet
  • Thekenausgabe
  • Buffetausgabe
  • Bediente Buffetausgabe
  • Teil-Selbstbedienung
  • Pass-Ausgabe
  • Front- und Live-Cooking
  • Cooking-Stationen
  • Plated Service
  • Tisch- und Bankettservice
Digital & rund um die Uhr
  • Grab & Go
  • Intelligente Kühlmöbel
  • Micromarket
  • Vending mit Frischgerichten
  • Self-Checkout
  • Bestellterminal
  • App-Vorbestellung mit Pick-up
  • Click & Collect
  • Smart Locker
Dezentral & automatisiert
  • Satellitenausgabe
  • Mobile Ausgabewagen
  • Pop-up-Station
  • Außenstationen
  • Serviceroboter
  • Automatisierte Portionierung
  • Kamerabasierte Speisenerkennung
Speisesaal

Ein Raum, der neunzig Minuten arbeitet, ist teuer.

Der klassische Speisesaal ist mittags voll und den Rest des Tages leer. Das ist die teuerste Fläche im ganzen Gebäude — gemessen an dem, was sie leistet.

Wirtschaftlichkeit

Was den Betrieb wirklich teuer macht.

Die Investition ist einmalig, der Betrieb läuft Jahrzehnte. Deshalb planen wir die laufenden Kosten von Anfang an mit.

Häufige Fragen

Zur Betriebsgastronomie.

Von der Gästezahl, dem verfügbaren Küchenpersonal, der Fläche im Ausgabebereich, der Zahl der angebotenen Gerichte und dem Zeitfenster der Mittagspause. Kein System ist grundsätzlich besser — entscheidend ist, ob sich der Gästestrom im Speisesaal entzerren lässt, statt alle auf einen Punkt zulaufen zu lassen.
Die größten Hebel sind Energie und Personal, danach die Vermeidung von Lebensmittelabfällen. Ein häufig übersehener Kostentreiber ist eine zu groß geplante Küche oder Ausgabe: Jeder zusätzliche Quadratmeter will beheizt, belüftet, gereinigt und mit Personalwegen bedient werden.
In der Betriebsgastronomie ist häufig eine Kombination am sinnvollsten. Cook & Chill trägt dort, wo vorproduziert, zeitversetzt produziert oder an Satelliten ausgeliefert wird. Frisch gekocht wird überall dort, wo es der Ablauf zulässt — gerne sichtbar am Gast, etwa an Front-Cooking-Stationen oder in einer gläsernen Küche.
Indem sie um das Garverfahren herum geplant wird und nicht um eine Landesküche. Eine Station, deren Herzstück ein Ofen ist, kann Pizza, Flammkuchen, gefülltes Fladenbrot oder Aufläufe produzieren. Eine Station, die als „italienische Station“ ausgelegt wurde, ist auf italienische Gerichte festgelegt — die verbaute Technik bestimmt dann, was dort künftig überhaupt möglich ist.
Mehrfachnutzung. Ein Speisesaal, der nur zur Mittagszeit gebraucht wird, ist die teuerste Fläche im Gebäude — gemessen an dem, was sie leistet. Funktioniert derselbe Raum zusätzlich für Besprechungen, konzentriertes Arbeiten oder Veranstaltungen, verteilt sich die Fläche auf mehr Nutzung. Voraussetzung dafür sind Strom am Platz, belastbares WLAN, Akustik und eine Zonierung — und die muss im Rohbau angelegt sein.
Harte Böden, offene Decken, große Glasflächen und viele Menschen gleichzeitig ergeben eine Lautstärke, gegen die man anreden muss. Gäste halten sich dann nicht länger auf als nötig — und die Küche bekommt Kritik für etwas, das sie nicht verursacht hat. Nachträgliche Akustikmaßnahmen sind möglich, aber teuer und meist sichtbar. In der Rohbauphase mitgeplant kosten sie einen Bruchteil.
Ja. In der Betriebsgastronomie steht häufig ein Caterer als Betreiber hinter dem Angebot. Wir planen herstellerneutral und betreiberunabhängig und stimmen die Planung mit dem künftigen Betreiber ab, sofern er bereits feststeht.
Deutlich. Eine Bank oder Versicherung hat andere Anforderungen als eine Automobilfertigung — von den Pausenzeiten über die Schichtstruktur bis zum Anspruch an Gestaltung und Repräsentation. Auch regionale Essgewohnheiten prägen das Angebot.
So früh wie möglich. Ab der Ausführungsplanung lässt sich ein Konzept praktisch nicht mehr grundlegend ändern, weil Wände, Schächte und Medienführung dann festliegen. Wer erst danach dazukommt, kann nur noch innerhalb fremder Vorgaben optimieren.
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